Ich bin in Neapel geboren und wurde von dieser Millionenstadt geprägt, die seit ihrer griechischen Gründung bis heute eine Metropolregion ist. Dies zu erwähnen ist für mich wichtig, weil ich mich mit einer bestimmten sozialen Wirklichkeit identifiziere, der ich angehöre und deren  Matrix  ich immer besser verstehen gelernt habe. Ich habe Bühnenbild-Gestaltung an der Kunsthochschule von Neapel studiert und war in meiner Malerei stark von meinem ersten Kunstprofessor Domenico Spinosa und seinem informellen Stil beeinflußt. In den 70iger Jahren nabelte ich mich ab, u.a.  bedingt durch den Umzug nach Rom. Es folgte eine Zeit der intensiven Materialstudien .Ich befaßte mich mit allen Arten von Metall und deren Verwandlungsmöglichkeiten. So studierte ich die Gesetzmäßigkeiten des Metalls. Wenn ich Farbe verwende, dann ausschließlich die ureigene Farbe des Metalls, die bisweilen das Werk beherrscht. Es folgte die Erforschung des Teers für die künstlerische Arbeit , der heiß, also flüssig verarbeitet wurde, mit  Eisen für die Strukturen der Zementarbeiten, mit  Netzgeflechten und verwandten Materialien, die deren Zerstörungs-oder Verwitterungsprozeß vorantrieben. Aus der Verwitterung mittels Wasser und Schimmel entstanden unvergleichliche Naturfarbtöne, die ich bis heute als einzigartig schön empfinde.Materialien wie Zellulose, Glas , Glasfaserkunststoff begleiteten meinen weiteren künstlerischen Weg, der in Neapel seinen Anfang genommen hatte und mich bis nach Deutschland führte. Dort unterrichte ich Skulptur: gearbeitet mit  ungewöhnlichen Materialen, mit Metallen von Müllhalden, oder mit Bildern, die aus Fotos extrahiert werden, die zuvor mit dem Kopierer  und dem Computer bearbeitet wurden. Diese Technik in einem völlig anderen kulturellen Umfeld zu lehren, sehe ich als ein persönliches Privileg an, das mir erlaubt, mich menschlich und künstlerisch damit auseinanderzusetzen. Diese Unterschiede vor dem Hintergrund meiner persönlichen Geschichte, meiner visuellen Erziehung und meines Menschenbildes  zu  verstehen, befeuert jedes Mal meine eigene Kreativität. Von der informellen Malerei bis zu geschmolzenen und verarbeiteten Materialien setze ich meinen Weg fort, sei es, indem ich  Materialfunde oder die eigens angelegten Materialstrukturen ausbeute, wie in meinen Zementarbeiten, denen ich  mit der Eifersucht des Mörtels all mein Eisen einverleibte: Von den Geheimnissen des Inneren ausgehend bis zum benutzbaren Werk, von den auf Hauswänden projezierten Dias, den mit Teer aufgezogenen Filmstreifen, in denen das Material  die Geschichte auf die von Menschen gebauten Seiten schreibt. Weiterhin setze ich mich mit bearbeiteteter Zellulose auf Eisengittern  auseinander bis hin zu den Papierarbeiten, auf denen sich die antiken, wiedergefundenen Bilder überlappen, die mit verfremdeten Fotografien abgeschlossen werden, um daraus etwa Neues enstehen zu lassen.  Auf Glasabfälle stürze ich mich wieder, ebenso auf Eisenabfälle von Schrotthalden, auf Metalle, die von Zerstörung und Wiederaufbau erzählen -  wiedererstandene Erinnerungen. Diese " Zeichen " habe ich übereinandergelegt, habe sie eingeschmolzen,  unter Wasser  heranreifen lassen, im Rost, im Glas, im Ofen habe ich sie wieder erhitzt und sie dann unter den Skanner meines Computers gelegt, so wurde es wieder Zeichen, wieder Materie und  somit definitiv zum Kunstwerk. Es bleibt mir noch ein letzter Schritt zu tun, diese Zeichen  in die Umgebung der Menschen, in und auf ihre Häuser zu bringen, um mit ihnen in den Dialog zu treten. Es handelt sich um eine Verpflanzung ohne Reue,  um  eine Rückkehr von Erinnerungsfetzen, die die richtige Konnotation zwischen den Dingen und den Häusern finden, Schichtungen, die Menschen vor uns ausgeführt haben, die den unwegsamen Prozeß des Voranschreitens auf sich genommen hatten.
Präsentation